ECHOlos durch die Nacht...


Es wird ihn also doch weiterhin geben, den Preis, der so viel Schande über die Branche gebracht hat: Aus dem ECHO wird der OPUS - aus Schall wird Rauch. Dieselbe Veranstaltung, ein neuer Namen. Dabei ist es doch im Grunde gar nicht wichtig, dass mit Preisen um sich geschmissen wird, sondern, dass die Klassik wenigstens einmal im Jahr eine halbwegs unterhaltsame und somit vielleicht sogar in Ansätzen beachtete Plattform im öffentlich-rechtlichen Fernsehen bekommt - dort, wo sie eigentlich dauerhaft und regelmäßig auch zur Primetime einen festen Platz haben müsste. Doch dafür fehlt es offenbar einfach an Mut - und guten Ideen.


Unabhängig vom Bundesverband Musik als Veranstaltung eines "Vereins zur Förderung der Klassischen Musik" wird er nun also aus der Asche neu enstehen - und hoffentlich bald erblühen wie nie zuvor. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. «Klassische Musik und ihre Künstler müssen in Deutschland mit einem eigenen Preis gewürdigt werden», sagte Burkhard Glashoff, Vorstandsvorsitzender des Trägervereins. Der Opus Klassik solle die Branche in ihrer Vielfalt widerspiegeln. Die Klassik-Branche dürfe keinen Kollateralschaden des Echo-Skandals davontragen.


Tut sie ja auch nicht - zumindest nicht nur aufgrund des Wegfalls eines Preises, der ohnehin in jeglicher Hinsicht vornehmlich eines war: Quotenorientiert. Richtig geschafft im gesellschaftlichen Ansehen - und auch im Hinblick auf erfolgreiche Eisnchaltquoten - hat es die Klassik ohnehin erst, wenn Florian Silbereisen zu seiner "Show der Besten - Die Welt der Klassik" einlädt. Im Schlepptau Helene, die mit den Stars der Klassik Arien singt. Dazu braucht es dann auch gar keinen Preis mehr. Was man dafür allerdings bräuchte, wären Klassik-Künstler, die auch einmal über ihren allzu ernsten Schatten springen und sich mit Humor einer solchen Aufgabe stellen würden.


Bis dahin verleihen wir halt weiterhin brav gesittet Preise und freuen uns, dass wenigstens dabei alle so schön mitmachen...

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