wellenklænge - Lunz am See - TAG 1

Aktualisiert: 24. Juli 2018


Lunz am See, 23. Juli 2018. Im Grunde ist es gar nicht Tag 1, sondern Tag 2 - immerhin gab es gestern Abend schon das traditionelle Jakobisingen im Lunzer Saal zu erleben, der eigentlich Lunzer Halle heißen müsste oder - zumindest seit Installation der die im Schlechtwetterquartier fehlenden Wellen des Lunzer Sees imitierende postmodern-sympathisch anmutende LED-Licht-Kunstinstallation an der Turnhallendecke - Lunzer Kunsthalle. Hier erlebte man einen (Volks-)Musikabend der besonderen Art - auf höchstem Niveau von drei Gruppen (Dumfart Trio mit Gästen, Unisonus und Quadrat:sch) mit Musik aus 200 Jahren Musikgeschichte musiziert und moderiert, mit spontanen chorischen Gesängen und Jodlern der sich mit Trachten geschmückten anwesenden Gemeinde, die den aus seiner Sicht "normal" angezogenen Berliner ohne Jodel-Diplom eher als fremdartigen Exot wirken ließ. Dessen aber völlig ungeachtet war dieser Abend allein schon die Reise in diesen Ort der Obersteiermark wert, in dem die Zeit einfach stehen geblieben ist.


So ist wellenklænge, das Festival für zeitgenössische Strömungen, irgendwie auch ein kleiner Strohhalm im Alltag der Dorf-Bewohner, die plötzlich mit Dingen konfrontiert werden, die es so in ihrem kleinen Ybbstal so sonst einfach nicht gibt. Und das eigentlich auf einer Seebühne im Seebad mit unvergleichlicher Bergkulisse und einem Stimmungszauber, der seinesgleichen sucht.


Heute begann dann mein eigentlicher Tag 1 als Zaungast der Composer-Performer-Masterclass, die es sich zum Ziel gesetzt hat, innerhalb von 5 Tagen eigene Werke der teilnehmenden Komponisten in der Gruppe und unter Aufsicht von Thomas Grill und Daniel Schnyder zu erarbeiten. Heute wurde erstmal beschnuppert, in Einzelgesprächen erste Kompositionen durch die Referenten gehört und besprochen und der Grundstein für die gemeinsame kompositorisch-improvisatorische Arbeit ab morgen gelegt. Die Atmosphäre der Lunzer Hauptschule ist dabei sehr speziell - und irgendwie auch super sympathisch. Arbeiten unterm Kruzifix und am Lehrerpult - das kann man nicht überall.


Und während die KomponistInnen über ihren Rechnern und Werken saßen, streunte ich durch das endlich nicht mehr verregnete Lunz und entdeckte Ort um Ort, für den die Bezeichnung Idylle einfach nur die pure Untertreibung ist. Hier ist die Welt zwar etwas abgeschnitten vom Rest des Globus, aber dadurch irgendwie auch noch in Ordnung. Wahnsinn, dass es sowas überhaupt noch gibt...



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